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Moderne Tarnkleidung zu lackieren kann ein echtes Problem sein. Muster wie die Deutsche Flecktarn oder die USMC MARPAT sehen im echten Leben imposant aus, aber allein der Gedanke, diese lackieren zu müssen kann dafür sorgen, dass man sich das sofort wieder aus dem Kopf schlägt. Wer will schon wirklich unendlich viele kleine Flecken oder Blöcke auf eine Miniatur oder schlimmer noch auf einen ganzen Satz Miniaturen lackieren!

Aber es gibt einfachere Wege. Da wir nur Massstabsmodelle (ist die Rechtschreibreform nicht großartig!) lackieren, müssen wir nur das Auge täuschen und das kann man mit einfachen Techniken. Hier ist ein Bespiel wie man dies bei moderner deutscher Waldflecktarnung machen kann. Die Miniatur ist der MG36 Schütze aus dem "German KSK troops" Blister (DOW 5201) von Devil Dog Design. Die Miniatur ist im 28mm Massstab und auf einer Excalibur 3cm Base basiert.

Wie immer sollte man die Miniatur von überschüssigem Zinn reinigen, zusammensetzen, basieren und primen. Dies wird im Normalfall entweder in Weiß oder Schwarz gemacht. Weiß lässt im Regelfall die Farben heller erscheinen, während Schwarz sie dunkler wirken lässt. Alles in allem ist das aber eine Frage des Geschmacks. Ich habe meine Miniatur in Schwarz grundiert, weil ich wollte, dasd sie etwas bedrohlicher wirkt, was häufig durch eine dunkle Optik verstärkt wird. (Photo A)

Als nächstes habe ich sie in einem Hellgrün lackiert. (Photo B) Das Grün sollte etwas heller sein als das hellste Grün, welches mann auf den Photos von deutschen Uniformen sieht.

Der Rest der Arbeit wird unter Verwendung einer Technik die ich "dry dipping" nenne durchgeführt. Diese funktioniert grundsätzlich so ähnlich wie dry brushing. Nur das man einen Pinsel mit harten Borsten in ungefähr "0" oder "Fine Detail" Größe verwendet. Nehmt wenn möglich einen alten Pinsel, da er wenn ihr fertig seit für andere Techniken unbrauchbar sein wird. Der Pinsel muss erst präpariert werden. Dafür wird er in Farbe getaucht und mit der Spitze gerade nach unten auf ein Papier gepresst. Nach kurzer Zeit biegen sich die Borsten zur Seite und ab da kann der Pinsel benutzt werden.

Nehmt mit dem Pinsel die Farbe auf die ihr benutzen wollt und reduziert die Farbe im Pinsel mit der gleichen Technik die zum präparieren des Pinsels benutzt wurde. Wenn nur noch die Menge an Farbe auf dem Pinsel ist die man auch zum dry brushen haben möchte, drückt den Pinsel seitlich gegen die Miniatur. Wenn die Farbe am Pinsel aufgebraucht ist sollte natürlich neue aufgenommen werden. Dafür muss man aber nicht jedes mal den Pinsel in den Farbtopf halten, man kann neue Farbe auch aufnehmen indem man den Pinsel auf die Stelle drückt wo man vorher die Farbe vom Pinsel entfernt hat. Das klappt ca. ein bis zwei Mal.

Dry dipped die Miniatur zuerst mit Moos (Photo C), dann einem hellem Braun (Photo D) und dunklem Grün (Photo E). Nehmt immer eine Farbe die etwas heller ist als im echten Leben. Ich würde beim nächsten Mal Braun und Dunkelgrün tauschen. Ich habe noch mal einen begrenzten Durchgang mit Hellbraun nach dem Dunkelgrün gemacht, weil mir die Optik nicht gefiel. Die perfekte dry dipping Sequenz sollte also Moos, Dunkelgrün und Hellbraun sein.

Da die Technik wie dry brushing funktioniert werden die tiefen Stellen größtenteils Hellgrün sein. Nicht ganz so sehr, da bei dieser Technik mehr an die tiefen Stellen kommt, aber immer noch nicht genug. Die dominanten Farben bei der Waldflecktarnung sind Braun und Dunkelgrün und sollten somit den grössten Teil der Miniatur bedecken. Versucht aber nicht diese Farben in die tiefen Stellen zu zwingen... das würde nur die Optik ruinieren und wir kümmern uns später darum!

Als nächstes bereitet einen starken schwarzen Wash mit etwas braun darin vor. Tragt den großzügig auf. Da Zinn nie 100% glatt ist wird dies den Tupfeneffekt verstärken. Und da die Masse des Washes sich an den tiefen Stellen festsetzt wird es das Hellgrün abdunkeln, so das es nicht mehr so hervorsticht.

Wenn die Miniatur getrocknet ist, schaut sie Euch an um zu sehen an welchen Stellen zu viel von einer Farbe ist. Bedankt dabei, dass Braun und dunkelgrün dominieren sollen. Diese Stellen werden höchst wahrscheinlich Hellgrün (an den tiefen Stellen) oder die letzte Farbe mit der ihr ge-dry dippt habt (an den hohen Stellen) sein. Lackiert hier ein paar Flecken einer der beiden dominanten Farben (natürlich nicht gerade die, die ihr überdecken wollt oder die in der Nähe schon zuhauf vorhanden ist). Ihr müsst diese Stellen vielleicht noch mal washen, wenn ihr aber nur feine Flecken gemacht habt sollte das nicht notwendig sein. (Ich habe leider vergessen von diesem Schritt ein Photo zu machen, aber man kann es auf dem Photo der fertigen Miniatur erkennen, Photo F.)

Danach sind nur noch die normalen Sachen wie Waffen, Brillen, Handschuhe (graues Leder bei der Bundeswehr), Stiefel.... Bedenkt, dass das Gurtzeug und die Taschen auch in Flecktarn gehalten sind. (Photo F).

Es gibt natürlich auch eine Variante für die Wüste (Wüstenflecktarn). Lackiert die Miniatur einfach in einem hellem Drillich anstelle des Hellgrün, lasst das Moss aus, nehmt Dunkelbraun anstelle des Hellbraun und behaltet das Dunkelgrün bei. Hier wird Drillich die dominante Farbe, die Fläche die Brau und Grün abdecken wird etwas geringer. Natürlich sollte hier nicht mit Schwarz ge-washt werden sondern einem leichten Braun. Die Ränder von Gurtzeug und Taschen sind in Oliv.

Alles in allem ist diese Technik recht schnell (ich habe 8 Miniaturen an einem Nachmittag lackiert) und sorgt für einen gutes Resultat. Die Technik kann natürlich auch für Muster wie MARPAT genutzt werden... verändert nur die Farben und die Menge der Fläche die ihr dippt.

© 2004-2009, Alexander Schölling und Burkhard Schulze Drucken