Sie sind hier: Willkommen :: Bastelecke :: Gebirgsjäger Projekt

Vor einiger Zeit habe ich mir das Osprey Buch über Gebirgsjäger und Skitruppen 1939-45 [Elite Series # 63] gekauft. Dort fand ich die Zeichnung auf Tafel H2. Dort zu sehen war ein Deutscher SS Unteroffizier in Zeltbahn. Ich fand, dass er sehr ausdrucksstark aussah und wollte deswegen eine Miniatur wie ihn und began über einen Umbau nachzudenken. [Es ist der Soldat in der Mitte].

 Der erste Schritt war es also eine Miniatur zu finden die sich in die verwandeln ließ, die ich wollte. Und da ich nur VFM Miniaturen in meiner Sammlung haben will war ich dabei auch auf James Blands Auswahl beschränkt. Also musste ich als erstes mal darüber nachdenken, in wie weit ich von der Zeichnung abweichen wollte und in wie weit das meine Auswahl einschränken würde. Ich dachte darüber nach. ihm Kaninchendraht für den Helm zu geben, seine Finger so zu verändern, dass er mit dem Zeigefinger zeigt [auf der Zeichnung ist seine Hand offen] und vielleicht wollte ich die Stielgranaten weglassen. All dies würde die Haltung der Miniatur nicht beeinflussen also ließ ich sie in dieser Phase außer Acht. Aber ich wollte auch, dass er seinen Fuß auf etwas gestellte hat, da ich der Meinung war das ihm dies mehr Dynamik verleihen würde. Dies würde zwar keine große Abweichung sein, müsste aber mit beachtet werden. Grundsätzlich also würde er einen Helm tragen, stehen [leicht breitbeinig], der eine Arm ausgestreckt, der andere an seiner Seite herab gehalten. Dies schloss schon mal die Miniaturen aus, die gingen oder rannten, die ohne Helm und solche die die Arme am Körper modelliert hatten. Meine erste Wahl viel auf den Wehrmachtssoldaten, der eine Granate wirft, aber diese Miniatur hat sehr viel Energie [die Position des Torsos und die Stellung der Beine], welche sich in dem Umbau wieder finden könnten und am Ende störend wirken könnten. Und waren schon so ungefähr alle die Möglichkeiten, die ich hatte. also legte ich das Projekt erst mal auf Eis bis James den sich ergebenden Deutschen mit Helm herausbrachte. Er hatte all Merkmale, die ich wollte, ihm fehlte diese innere Energie und ein weiterer Vorteil war die Tatsache, dass er Gamaschen trug, wie der Soldat auf der Zeichnung und ich diese somit nicht modellieren musste. Also würde er es sein. Und um das ganze noch besser zu machen hatte er die CHF [Choose Hand Feature = die Miniatur kommt ohne feste Hände so dass man beliebige anbauen kann] so dass ich mit den Teilen von einer Miniatur auskommen würde.

In der nächsten Phase markierte ich die Stellen, an denen ich die Miniatur auseinander sägen wollte. Normalerweise tue ich dies nicht, aber da ich einen Schritt für Schritt bericht schreiben wollte dachte ich mir, es sei gut diesen Schritt der sonst in meinem Kopf stattfindet zu zeigen.

Als nächstes wurde nun die Miniatur auseinander geschnitten. Hierfür habe ich eine Sägescheibe für meine Mikrobohrmaschine benutz und bin einfach den Markierungen gefolgt. Ich musste allerdings noch zwei Änderungen vornehmen: Als erstes musste auch der linke Arm abgenommen werden, da er sich nicht so verbiegen ließ wie ich es erhofft hatte. Als zweites musste ich gerade zwischen seinen Beinen schneiden [Aua!] um das linke Bein anzuheben. Der Zinnstreifen der zwischen den Füssen verläuft, damit man die Miniatur auf der Base befestigen kann müsste dabei zwangsläufig gekürzt werden. Der Kopf wurde nicht abgesägt. hier habe ich eine Reihe kleiner Löcher um seinen Hals gebohrt. Das habe ich hauptsächlich gemacht, da ich befürchtet habe dass ich, wenn ich abrutschen sollte den Helm beschädigen könnte. Dann habe ich noch mit einem Skalpell einen Schnitt zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand gemacht. Auf diesem Photo kann man die Teile schon in ihre Endposition gebogen sehen.

Für den nächsten Schritt habe ich alles entfernt, was sich später beim modellieren der Zeltbahn als Unebenheiten abzeichnen könnte. also mussten der Gürtel, Brotbeutel und die Taschen mit einem Fräskopf entfernt werden. Man könnte diese Teile auch belassen, aber dies würde den Raum über den man drüber modellieren kann reduzieren. Es ist aber nicht immer empfehlenswert dies mit einem Fräskopf zu tun. Besser wäre unter Umständen eine Feile. Es erfordert recht viel Erfahrung so fein mit einem Fräskopf zu arbeiten und wenn man abrutscht kann viel Schaden an der Miniatur entstehen. Nicht das es hier von Bedeutung gewesen wäre, da die Miniatur eh schon vorsätzlich ruiniert war. Während dieses Schrittes habe ich auch den Kinnriemen entfernt der lose herab hing und habe die Finger der linken Hand zurückgebogen, so dass diese zeigte.

Als nächstes wurde alles in den Endpositionen wieder zusammengeklebt. Der Kopf wurde an dieser Stelle nicht wieder angeklebt. Das ganze Gebohre hatte den Hals- / Schulterbereich gänzlich ruiniert und es gab dort nichts mehr wo ich den Kopf hätte draufkleben können. Das würde also bis zur nächsten Phase warten müssen.

Auch brauchte ich jetzt etwas worauf ich den Fuß der Miniatur platzieren konnte. Als erstes dachte ich an einen Stein (=Kiesel). Aber ich hatte um ehrlich zu sein keine Lust später einen Stein zu lackieren und er würde auch nicht wirklich dazu passen wie ich später die Base dekorieren wollte. Also entschloss ich mich am Ende für ein Sherman Laufrad, welches ich vor einiger Zeit von Brent Dietrich gekauft hatte. Das dieses Rad den Fuß aber mehr angehoben hätte als ich es wollte nahm ich Zinn von der einen Seite des Rades ab. Später würde dies aussehen, als ob das Rad leicht im Boden eingesunken wäre. Auch ließ ich den rechten Fuß etwas über dem Baseniveau und plante später etwas Boden um diesen zu modellieren. Dies war wieder dazu gedacht zu verhindern, dass der linke Fuß zu sehr angehoben wurde. Die rechte Hand passte eigentlich wie geplant. Ich musste nur den CHF Pin etwas zurückbiegen und mit einem Skalpell eine leichte Vertiefung in den Ärmel schneiden.

Nun kam die Arbeit mit dem Greenstuff. Als erstes füllte ich all die Keile und Löcher, die beim Schneiden entstanden waren. In der Masse tat ich dies um mir wieder eine Menschliche Form zu verschaffen, über die ich später hinweg modellieren könnte. Die einzige Ausnahme hierbei waren das linke Knie und der Nacken. Diese würde später zu sehen sein und musste deswegen schon jetzt realistisch modelliert werden. Auch habe ich jetzt den fehlenden Teil des Kinnriemens modelliert. Das war recht einfach. Ich habe einfach etwas Greenstuff auf das Gesicht getan, auf die richtige Dicke ausgebreitet und dann den Überschuss weggeschnitten, bis nur noch ein Streifen von der Breite des Kinnriemens übrig war. Nun wurde auch der Kopf wieder auf den Körper gesetzt, wobei der Greenstuff selber als "Klebstoff" agierte. Zuletzt habe ich dann noch etwas Greenstuff benutzt um Boden um den rechten Fuß zu modellieren.

Nun kam das wirkliche modellieren. Als erstes fing ich mit der Zeltbahn an. Auf der Zeichnung hat er seinen Kopf durch das Loch in der Mitte gesteckt, die breite Spitze der Zeltbahn hängt vor seiner Brust herunter, die breite Seite an seinem Rücken, wobei die beiden Spitzen um seine Beine hängen. So habe ich dann erst mal auch den Greenstuff aufgebracht. Als erstes habe ich diesen dann mit einem nassen Finger flach gedrückt und dann mit einem flachen Zahnarztwerkzeug nachbearbeitet. Dann habe ich an den Rändern eine Linie für die Nähte eingedrückt. Dies tat ich etwas stärker, da ich wollte, dass es nach einer schweren Naht aussah. Die schwachen Nähte in der Mitte der Zeltbahn wurden dargestellt indem ich ein Skalpell mit leichtem Druck über den Greenstuff führte. Die Ösenlöcher entlang des Randes wurden dargestellt, indem ich ein dünnes aber stumpfes Werkzeug in regelmäßigen Abständen in den Greenstuff eindrückte. Auch der Gürtel und die Koppelschnalle waren jetzt dran. Beim Gürtel schnitt ich einfach die Ränder des Gürtels mit einem Skalpell in den Greenstuff ein und drückte dann hierherum die Masse etwas ein. Die Koppel ist einfach ein rechteckiges Stück. Nun ließ ich die Miniatur über Nacht in Ruhe, damit sie trocknen und aushärten konnte.

Als nächstes kam das Gurtzeug. Das war eigentlich ganz einfach, da ich einfach nur Greenstuff an den entsprechenden Stellen aufbrachte, es auf die gewünschte Stärke drückte und dann den Überschuss wegschnitt, wie beim Kinnriemen. Die kleinen Löcher für die Schnallen entstanden dadurch, dass ich die Spitze eines Skalpells leicht in den Greenstuff drückte. Bei den Schnallen selber drückte ich wieder das gleiche Werkzeug, das ich für die Ösenlöcher bei der Zeltbahn benutzt hatte in den Greenstuff. Das gab mir in hohles Inneres mit leicht angehobenen Kannten das ich nur noch in rechteckige Form drücken musste. Ungefähr die gleiche Technik verwendete ich auch für den Ring auf dem Rücken, wo sich die Riemen des Gurtzeugs treffen. Die Munitionstaschen waren einfach rechteckige Streifen Greenstuff die ich über dem Gürtel platzierte, dann drittelte. Ich habe sie dann noch etwas eingedrückt um das "T"-Muster zu bekommen. Dann mussten nur noch der Brotbeutel, die Feldflasche und die Gasmaskendose auf den Rücken. Ich bin mir nicht sicher wie ich diesen Schritt beschreiben soll, da ich hier einfach zusah, dass ich alles in Form bekam. Die einzige Ausnahme war hier die Gasmaskendose, die ich als Zylinder zwischen den Fingern formte, auf dem Rücken anbrachte wo ich dann die Details herausarbeitete. Das alles ließ ich dann wieder über Nacht aushärten.

Als nächster Schritt [von dem ich keine Photos habe weil die Unterschiede zu minimal sind] kam die Detailarbeit. Ich fügte die "D"-Ringe auf der Rückseite des Gurtzeuges hinzu, ein Wappen auf der Koppelschnalle und ein paar Details auf der Feldflasche und Gasmaskendose die eines separaten Schrittes bedurften. In der Masse war dies einfach das modellieren geringer Mengen an Greenstuff oder ein wenig Schneiden. Aber nun war die Miniatur fertig und konnte lackiert werden.

Hier nun, wie die fertige Miniatur aussieht:

Ich hoffe jedem hat dieser Bericht gefallen und dient etwas als Inspiration!

© 2004-2011, Alexander Schölling und Burkhard Schulze Drucken